Der Grund für Geld

Erst wollte ich diesen satirischen, im Jahr 1999 entstandenen Text nehmen und in die heutige Realität übertragen. Also streichen, ergänzen und umformulieren. Das ließ ich aber größtenteils sein, als ich mir alles noch mal durchgelesen habe. Der Schreiberling, also ich, fungiert somit auch als Zeitzeuge. Denn der Text entstand vor Y2K, 9/11, der Euroeinführung, Smartphones, Social Media, dem Bankencrash 2008, Virtual Reality, Online Banking, E-Sports, Bitcoin, Genderwahn, Schweinegrippe, Vogelgrippe und Corona.

 Artikel   Februar 19, 2022

Der Grund für Geld

Dieses folgende Essay ist entstanden zu einer Zeit, in der ich noch ein alleinstehender junger Mann war, der sich anfing mit dem Sinn des Lebens, seinem Dasein und seiner geistigen Welt zu beschäftigen.

Die Art des Ausdrucks erinnert an einen naiven, fast kindlichen Menschen, der sich Fragen stellt und alle aufkommenden Gedanken auf die grundlegenden Banalitäten herunterbricht, welche einfache Wahrheiten aufzeigen können. Diese Technik habe ich einem anderen Buch entnommen, dessen Autor ich leider nicht mehr namentlich erinnere. Es kann ein Philosoph oder ein spiritueller Lehrer gewesen sein. Die oft "erwachsene" Art der Erklärung der Welt ist meist kompliziert und verstrickt sich in Dogmen und Lehren einer Epoche, die für sogenannte "primitive" Menschen eine Verschleierung und Ablenkung einfacher Wahrheiten darstellt. Die Schlange, der Verführer, redet mit gespaltener Zunge und umgarnt den Naivling solange, bis er überfordert aufgibt und glaubt, was er erzählt bekommt. 

Doch eine einfache Fragestellung ist nicht unüblich. Im Kabarett wird dies gern verwendet und ist eigentlich eine Form der Satire.

Erst wollte ich den Text nehmen und in die heutige Realität übertragen. Also streichen, ergänzen und umformulieren. Das ließ ich aber größtenteils sein, als ich mir alles noch mal durchgelesen habe, denn dieser damalige Mensch fungiert somit auch als Zeitzeuge weil diese Satire vor Y2K Millenium Bug, 9/11, der Euroeinführung, Smartphones, Social Media, dem Bankencrash 2008, Virtual Reality, Online Banking, E-Sports, Bitcoin, Genderwahn, Schweinegrippe, Vogelgrippe und Corona entstand.

Falls der Artikel manche überfordert, unterfordert oder man ihn einfach nicht lustig findet und auch nicht drüber nachdenken kann/will/mag, dann kann er ja zumindest als SEO Tool für die Drecks-Suchmaschinen fungieren, um meine Webseite im Ranking nach oben zu bringen;-) Irgendeinen Nutzen wird er schon haben. Seht es mit Humor und jetzt viel Spaß bei dieser Zeitreise:

Der Grund für Geld - Dargestellt über den Zeitraum eines einzelnen Tages im Jahre 1999!

Entdeckt man nicht schon Morgens beim Aufstehen den Grund für Geld? Der Wecker reißt einen aus dem Schlaf. Er war nicht sehr teuer, der Radiowecker. Aber er hat Geld gekostet. Er signalisiert mir, dass ich aufstehen muss, um wie alle Anderen auch einer Tätigkeit nachzugehen, die Geld einbringt. Das Geld, das ich bezahle um mir den Kaffee leisten zu können, den ich Morgens zum „schnelleren fit werden“ trinke. Fit werden will ich, weil ich dann besser dieser besagten Tätigkeit nachgehen kann. Auch sollte ich feste Nahrung zu mir nehmen, denn Nahrung ist was der Körper verbrennt, wenn er in Bewegung ist. Nahrung kostet heutzutage eben Geld und die Bewegung entsteht nun mal. Hauptsächlich wenn man einer Tätigkeit nachgeht. Aber auch sonst. 

Nur die Nahrung kann ich nicht mehr ganz so bekommen wie ich sie haben wollte. Sind chemische Zusätze, Pestizide und genmanipulierte Anlagen eigentlich im Preis enthalten? Dann hätt ich das alles gerne ohne. Oder wer bezahlt Geld für etwas was er nicht haben will? Zum Glück hat man ja die Wahl, oder?

Jedenfalls könnte ich zum Frühstück Zeitung lesen. Leider habe ich keine abonniert. Das kostet auch Geld. Ich hätte da theoretisch für etwas bezahlt, das mir sagt, wie schlimm alles ist, wie schlecht es denen oder denen geht, wie mies es mit der Wirtschaft steht, wieviel Steuern ich demnächst an den Staat zahlen muss, damit ich geordnet der Tätigkeit nachgehen kann, die mir das Geld einbringt, von dem ich meine Nahrung und die Steuern bezahle und, wenn ich eine hätte, eine Zeitung.

Aber ich lese nicht beim Essen. Denn ich will ja etwas bewusst schmecken, für das ich bezahlt habe. Wenn schon. Ich könnte den Fernseher einschalten. Wenn ich einen hätte. Frühstücksfernsehn. Die informieren schon direkt nach dem Aufstehen. Also dann, wenn das Unterbewusstsein empfänglicher ist. Da könnte ich doch glatt ein Spielchen mitmachen. Eines, bei dem man Geld gewinnen kann, wenn man vorher anruft. Natürlich kann man nur jemanden anrufen, wenn man ein Telefon hat. Ok. Hab ich ja auch. Aber ich habe keinen Fernseher. Also spare ich mir auch die Einheiten. Gewinne also auch kein Geld. Macht nichts, ich wüsste es ja auch nicht, wenn`s kein Fernsehen gäbe. Wenn man nichts gewinnen könnte.

So, jetzt wird es aber Zeit sich zu beeilen. Schnell ins Bad und waschen. Warum hetze ich eigentlich so? Warum mache ich Hektik, die mir im Endeffekt nur fünf Minuten einbringt? Fünf Minuten von was? Von diesem Tag? Von diesem Leben? Wenn ich nach dem durchschnittlich zu erwartenden Lebensalter gehe, habe ich die fünf Minuten auch noch Zeit. Da schaue ich mich nochmal im Spiegel an. Ich schaue mir einzelne Hautpartien an. Ich schaue nochmal meine Zähne an. Bewusst. Ist schon der Hammer, wie man so komplizierte Strukturen hervorbringen kann. Kann ich das wirklich selbst? 

Die Zeit drängt jetzt. Pünktlichkeit ist ein gesellschaftliches Muss! Zeit ist Geld, und Geld verdient man auch um sich den Spiegel zu kaufen, in den man morgens schaut. Der Spiegel hängt ja auch in dem Bad, das sich in der Wohnung befindet, in der man sich aufhält, die Geld kostet. Auch wenn man dieses nicht verdient. Außer man macht Heimarbeit. Sind Arbeitslose eigentlich reicher, weil sie mehr Zeit haben, also Geld? Was bedeutet Reichtum?

Ich check noch mal alles durch. Alles da? Schlüssel? Geldbeutel? Aha. Geldbeutel, schon wieder der Begriff Geld. Ein Geldbeutel kann aber auch andere Dinge beinhalten als nur bedruckte Scheine und gravierte Münzen. Meiner ist meistens mit Zetteln aller Farben und Formen bestückt. Zettel auf denen Namen und Zahlen stehen. Diese Zahlen könnten die Geldscheine neidisch machen, denn sie sind mehr, höher und wenn man sie auf einem Telefon wählt, kann man mit jemanden anderem sprechen. Aber wenn ich die zweistellige Nummer auf meinem Zehnmarkschein wähle erscheint noch nicht mal ein Ton. Nichts. Fast so als hätte ich zu wenig Zahlen gewählt. 

Wie im richtigen Leben. Es gibt Menschen, die sprechen mit dir kein Wort, wenn du „zu wenig“ Geld hast, ohne die Definition zu geben, wieviel „zu wenig“ eigentlich ist. Dabei müsste man nur eine Nummer vor die Zehn setzen, um mit jemandem sprechen zu können mit dem fast keiner sprechen will. Warum sollte ich das auch tun?!. Die machen sich selbst schon oft genug bemerkbar, und manchmal drängen sie einem sogar ein Gespräch auf. Das Gespräch kostet meistens nichts. Höchstens Nerven.

Egal. Alles da. Nehme ich das Auto, den Bus, das Fahrrad oder laufe ich? Hahaha! Sehr lustig. Ich erinnere mich an den Cappuchino Typen, der nur diesen einen Satz sagen konnte: "Isch ´abe gar kein Auto!" Der Bus ist natürlich schon weg, da ich mir fünf Minuten länger Zeit gelassen habe. Der nächste fährt erst wieder dann, wenn ich mit dem Fahrrad an der Stelle angekommen bin, wo ich mein Geld verdienen muss.

Schade. Die ganzen Menschen, die griesgrämig drein schauen. Die, wenn sie über etwas sprechen, die schlechten Nachrichten vom Frühstücksfernsehn oder der Zeitung Revue passieren lassen. Oder vielleicht hat jemand eine Krankheit, über die er die Leute aufklären will. Der Arzt hat ja auch gesagt. Klar weiß der Arzt woher die Symptome stammen. Verdient er nicht sein Geld damit? Alle sitzen in dem Bus, den ich gerade verpasst habe. 

Tja, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Ist dies eine Phrase, die Menschen erfunden haben, die auch die Anhäufung von Geld erfunden haben? Eine Phrase, die Menschen erfunden haben, die sich erst im Bus die Nachrichten durch eine dünne, dickbedruckte Zeitung reinziehen? Da sitzt also jemand an der Quelle. Der frühe Vogel fängt den Wurm, auch wenn genügend Würmer für alle Tageszeiten da sind. Er fängt ihn mit ein bisschen mehr als einer Mark. Fett drängt sich ihm die Schlagzeile auf, die seinen Tag bestimmt. Mord, Totschlag, Verderben. Da hat jemand mehr Geld als man selbst, sinnbildlich für mehr Glück und Harmonie. Da hat einer mehr Frauen, sinnbildlich für mehr Manneskraft und Ausstrahlung. Da passiert ja allerhand. 

Zum Glück gibt es solche Medien. Man wüsste ja gar nicht, was man alles verpasst hätte. Hollafuchs. Das Geld ist wirklich gut angelegt. Jeden Tag auf`s neue. Jeden Monat. Jedes Jahr. Kann man dieses bedruckte Papier nicht sammeln und gegen anderes durch den Staat bedrucktes Papier eintauschen? Oder könnte man  das Papier nicht zusammenrollen, einpflanzen und warten bis wieder ein Baum draus wird? So viel Zeit hat kein Mensch. Und Zeit ist Geld. Und braucht man Geld nicht, um die Zeit zu finanzieren, die man existiert um Geld zu verdienen und auszugeben?

 Also nehme ich das Fahrrad. Ich fahre los. Der Wind streicht über mein Gesicht. Die Haare wehen. Als hätte ich einen Cabrio. Zum Beispiel den, an dem ich gerade vorbei fahre. Der an der Ampel. Der mitten zwischen den anderen Autos steht, die ordentlich in einer riesen Schlange bis in die nächste Kreuzung stehen. Der Fahrer bemüht sich, trotz der vielen Abgase die er einatmet, eine lässige Figur zu machen, also wörtlich „ein Macher“. Die Sonne scheint. Ich passiere weitere Vehiekel, in denen meistens nur jeweils ein Fahrer sitzt. Auch Fahrerinnen. Ich sitze ja auch einzeln auf dem Fahrrad, also was solls. Der Fahrradweg, wenn vorhanden, lässt ja auch nicht mehr zu. Nur nicht übertreiben.

Jedenfalls bin ich etwas früher da als der Kollege, den ich ebenso vor kurzem im Stau überholt habe. Das muß ich büßen. Erst kommen lustige Bemerkungen über mein Fahrrad und dann kommt sie, die berühmte Frage. Wann willst du denn endlich wieder mal ein Auto kaufen? Warum endlich wieder mal? Wozu? Das Auto kostet jenes Geld, das ich damit verdiene, dass ich mit diesem Auto zu der Stelle fahre, wo ich mein Geld verdiene. Wenn das der einzige Grund ist. Ich brauche nur dafür kein Auto, ich kann die Natur und meine Gesundheit schonen. 

Außerdem kostet die Versicherung für dieses Auto Geld, welches ich erst verdienen muss. Ohne Versicherung darf ich nämlich kein Auto auf die Straße bringen. Man zahlt einen gewissen Betrag, der komischerweise von Versicherung zu Versicherung variiert, monatlich oder je nach Vereinbarung, damit man, wenn man einen Unfall verursacht den Schaden bezahlen kann. Wenn man keinen verursacht umso schöner. Für die Versicherung. 

Und die Steuer?  Damit ist nicht irgendein Lenkmittel gemeint, nein, sondern der Betrag, den ich berappen müsste um mit meinem Auto auf der Straße zu fahren, die Andere für die Autofahrer gebaut haben. Die gehört mir nicht. Bestimmten Fahrzeugtypen vielleicht schon, aber mir persönlich gehört trotzdem nichts. 

Eine Straße wird gebaut, weil es Autos gibt. Oder umgedreht? Eine Straße kann aber auch da gebaut werden, wo sie niemand braucht, und ebenso umgedreht. Also reine Willkür, oder steckt da am Ende noch System dahinter? Logischerweise ja! Und hier will ich ausnahmsweise die Antwort gleich mitliefern: Die Straßen führen von dem Ort, an dem ich mich aufhalte wenn ich kein Geld verdiene, zu dem Ort an dem ich Geld verdiene, oder zu dem Ort, wo ich das Geld wieder ausgebe. Ist das nicht ausgeklügelt?

Ich fange mit der Arbeit an. Eine Arbeit wie jede andere auch. Es gibt Tage, da ist es schmutzig, an anderen Tagen weniger. Hauptsache es macht Sinn. Der Tag muss ja irgendwie rum gehen. Außerdem, wenn ich die Tage einen Monat lang durchhalte, stehen dann ein paar Zahlen mehr auf meinem Konto. Ohne minus davor. Weil die Zahlen einen positiven Kontostand aufweisen. Wäre ein minus davor, würde ein negativer Kontostand vorliegen. Aha, ist da also jemand, der sich um das Geld kümmert, das ich verdiene? Schön.

Werte, die durch Zahlen, bedrucktes Papier und gravierte Münzen bestehen, trägt man dahin, wo darauf aufgepasst wird. Man wird sogar belohnt. Aber nur, wenn die Zahlen einen positiven Wert darstellen. Dann bekommt man noch etwas Geld dazu. Sowas nennt man Zinsen. Hat man jedoch einen negativen Wert erreicht, werden diese Zinsen auch negativ und abgezogen. Nein, sie kommen dazu. Sie werden mit dem negativen Wert addiert. Hört sich erst ganz gut an. Stellt sich aber bei genauerer Betrachtung als weniger, also negativ gut heraus.

Dies ist noch die einfachste Form der Leistungen, die ein Institut für die Verwaltung meines Geldes bringt. Da gibt es noch Kredite. Kredite sind für Leute, die sich etwas kaufen wollen, das sie eigentlich aufgrund Geldmangels nicht könnten. Aber so wie ich, gehen diese Leute auch auf die Arbeit. Sie verdienen einen Betrag, von dem sie sich monatlich so und so viel von denen abziehen lassen, die ihnen die gewünschte Summe, die meist höher ist, als der monatliche Lohn, zur Verfügung stellen. Oft, um ein Auto zu kaufen, mit dem sie zur Arbeit fahren können. Danach weist der Kontostand wieder ein Minus auf. Am Ende bezahlt der Kontoinhaber mehr an das Institut zurück, als er sich ausgeliehen hat. Meistens viel mehr. Aber das ist deren Art Geld zu verdienen. Eine Art. 

Es gibt noch mehrere Arten, die sind jedoch so kompliziert, das nur diejenigen, die sich auf diesen Berufszweig spezialisieren auch wirklich durchblicken. Wirklich? Es gibt also einen Beruf, der sich mit imaginären Zahlen befasst. Mit negativen Werten und positiven Salden. Mit bedruckten Scheinen. Mit bedrucktem Papier. Mit dem gültigen, heute akzeptierten Tauschmittel. "Wo ist jetzt hier die direkte Gegenleistung?", werden manche fragen. Das ist sie. Das ist die Gegenleistung. Jemand passt auf mein Geld auf. Vermehrt oder vermindert es. Geht auf die "vom Geld geschaffenen Bedürfnisse" ein und bietet Service rund um Zahlen. Wehe dem, der das nicht zu schätzen weiß und die Zahlen nicht so ausgleicht, wie er sie zur Verfügung gestellt bekommt. Der hat Schwierigkeiten. Geldschwierigkeiten.

Dem könnte man doch einfach aus dem Weg gehen und sagen: "Hui, schaut her, ich nehm mein Geld mit nach Hause und passe selbst drauf auf!" Könnte man, wenn da nicht ein kleines Hindernis wäre. Eine winzige Kleinigkeit nur. Ohne Konto ist es schwer, einen Arbeitsplatz zu finden, an dem man das Geld verdient, das man mit nach Hause nehmen will. Ein ungeschriebenes Gesetz, eine gesellschaftliche Hürde. Tja, aber es ist so. Das ist ein unumgänglicher, negativer Wert, der nach Außen seriös durch feine Anzüge ausgedrückt wird, obwohl es doch eigentlich um ein ganz banales Tauschmittel geht, das neutral ist und keine Eigenschaften besitzt. Aber das wäre ja schon wieder zu banal, und wer würde dann noch jemanden brauchen, der für ihn Geld anhäuft durch Zinsen und sonstige lustige Erfindungen? Durch Börsengeschäfte, globale Weltmärkte und Pfandbriefe.

Nutzt denn das Geld was, wenn es ewig angelegt wird und für die Zukunft arbeitet? Wie kann Geld arbeiten, wenn es keine Arbeitskraft hat? Wie kann es vor allem für die Zukunft arbeiten, wenn kein Mensch der Welt konkrete Angaben über die Zukunft machen kann? Jeder, der behauptet, er wüsste was die Zukunft bringt, ist ein Lügner und Betrüger. Wozu soll man sich eigentlich mit der Zukunft beschäftigen, wenn man im Jetzt schon keine Ahnung hat, was Geld eigentlich wirklich ist? 

Ich mache also die Arbeit so, wie erklärt. Müll entsteht. Alle Arten von Müll. Plastikmüll. Metallmüll. Papiermüll. Auch geistiger Müll. Geistigen Müll kann man je nach eigener Verfassung gerade noch verwerten, aber wie sieht es mit dem restlichen Müll aus? Plastik kommt in den gelben Sack, der auch aus Plastik besteht. Metallmüll wird gesondert entsorgt, manche werfen ihn aber auch in den normalen Müll. Papier kommt zum Altpapier, welches, wie das Plastik und das Metall, recycelt wird. 

Recycling kommt wie heutzutage viele Wörter aus dem Englischen, ist ein schöner Begriff und heißt: Es wird wieder in den Kreislauf zurückgeführt. In den Kreislauf von Benutzen, Wegwerfen, Wiederverwerten. Bis es irgendwann so ausgelutscht ist, vom vielen Recyceln, dass es doch irgendwo endgelagert wird. Aus mit Wiederverwerten. Jetzt liegt es in der Natur rum. Die kann auch nichts damit anfangen. Die kann nicht einmal irgendeinen Nutzen aus der Sache ziehen. Konnte sie von Anfang an nicht. Sie musste teilweise sogar da weichen, wo die Fabriken hingestellt werden, die den Müll produzieren. 

Natürlich gilt er am Anfang seiner Existenz nicht als Müll, da er ja von Menschen benutzt wird. Dafür wird erst Geld bezahlt. Geld, das man verdienen muss. Geld, das man meistens da verdient, wo der Müll hergestellt, verpackt mit mehr Müll vertrieben wird. Vertrieben ist eigentlich ein negatives Wort, was nun umgekehrt im Sinne von „im großen Stil verkaufen“ steht. Denn Müll kann man nicht so mir nichts dir nichts vertreiben, im anderen Sinn. Aber man braucht ihn ja auch, sonst wäre diese ganze Show mit dem Geld anhäufen und so weiter, nicht mehr nützlich. Man könnte nicht auf Vorrat kaufen. Oder am Ende nur das zum Leben notwendige. Man müsste doch wieder irgend etwas selbst machen. Man könnte ja nicht mehr protzen: "Schaut, ich habe mehr Müll angesammelt als ihr! Ha Ha, bin ich nicht ein Fuchs?"

Endlich Mittagspause. Man darf nicht annehmen, dass ich der Einzigste wäre, der sich darüber freut. Die meisten Menschen die einen Beruf gelernt haben, einer Arbeit nachgehen die Geld einbringt, freuen sich auf Pausen. Egal wann. Es gibt sogar welche, die das verwechseln. Die arbeiten nur auf die Pausen hin. Alles andere ist egal, hauptsache Mittag gemacht. 

Daraus entstehen Nischen für diejenigen, die erst wenn andere Pause machen ihr Geld verdienen. Das sind meistens Dienstleister im Bereich der Gastronomie. Auch der Bäcker oder Metzger um die Ecke, bei dem sich Vormittags und Mittags die Auszubildenden unfreiwillig treffen. „Stift, hol mal drei Belegte für den Meister. Für den Heinz holst du das und das für mich.....“ und so weiter. Wobei der Metzger sein Geld mit ermordeten Tieren verdient. Der einzige Berufskiller neben dem Freizeit-Jäger, der dafür nicht in den Knast wandert. Außer er hat wissentlich Rindfleisch aus britischen Beständen für ein paar Groschen gekauft und überteuert angeboten. 

Denn Tiere sind faule Schweine, die kein Geld verdienen, nur schmarotzen und sich auf unsere Kosten die Bäuche vollschlagen. Sie sind in unserer Gesellschaft in Kasten eingeteilt. Es gibt Tiere, die werden „produziert“, in Mengen auf engstem Raum gezüchtet um dann als „Ware Fleisch“ in den Regalen der Kaufhäuser zu enden. Das ist die niedrigste Kaste. Sie dienen rein zur Nahrung der Menschen. Denn der Körper braucht Fleisch zum Leben, haben sie im Fernsehen gesagt. Es gibt dann eine Kaste weiter drüber, die sogenannten Nutztiere, die überall da eingesetzt werden, wo der Mensch zu faul, zu schwach oder es ihm nicht möglich ist, Maschinen einzusetzen.

Die Kaste über denen sind die Tiere im Zirkus. Die sind lustig. Die können Kunststücke oder auch mal gefährlich ausschauen. Das sind die Entertainer unter den Tieren. Der Haken: Tiere wollen diesen Beruf oft nicht erlernen. Sie sehen keinen Sinn darin, weil sie mit dem verdienten Geld beim Tiger um die Ecke nichts kaufen können. Kann damit nur der Mensch Geld verdienen? Geld, um das Zelt und die Käfige zu finanzieren, in denen die Tiere dann durch die Gegend touren, um woanders wieder Geld zu machen. 

Die Kaste über diesen Halbprivilegierten sind die höher angesehenen Wach- und Schutztiere. Diese Tiere sind meistens Hunde die aufgrund ihrer Statur und ihrem lauten Wesen Andere erschrecken. Nicht weil sie sich einen Scherz erlauben wollen. Nein, die sind dafür unentgeltlich angestellt, gegen Kost und Logis, bei den Menschen, die soviel Zahlen, Scheine, Steine und sonstige wertvoll gemachten Güter besitzen. Haben sie vielleicht Angst diese zu verlieren?

Ja, mit dieser Angst hat sich sogar ein Beruf gegründet. Dieb oder Einbrecher. Sie sind gesellschaftlich geächtet, da sie ja schwer erarbeitete Dinge einfach illegal ohne Berechtigung mitnehmen. Wegen denen gibt es noch zig andere Berufe, ohne die es langweilig wäre Besitz zu entwenden. 

So auch Wachhund. Er ist der Rambo, der Terminator unter den Hunden. Er bewacht auch Grundstücke. Auch wenn sich auf dem Grundstück nur eine uninteressante Scheune befindet. Dieses Stück Land dieser Region dieser Erde gehört nämlich jemanden. Er hat dafür Geld bezahlt. Er hat einem Anderen, der vorher im Besitz dieses Grundstücks war, Geld oder sonstige Papierchen überreicht, um an dessen Land zu kommen und einen Zaun darum zu bauen. Jetzt fragt man sich, wer demjenigen dann vorher das Land verkauft hat, so dass er wiederum dieses weiterverkaufen konnte? War es jemand, der sich dieses Stückchen Land einfach genommen hat, weil er dachte, er hätte Anspruch darauf? Er war schließlich der erste, der es gesehen und erschlossen hat. 

Vorsicht! Die Geschichte lehrt uns, dass das manchmal auch nicht exakt so der Fall gewesen sein muss. Manchmal war da schon jemand. Unbewusst, dass er das vielleicht "sein Land" nennen könnte. Aber Pech, so was sollte man wissen. 

Weg, jetzt komm ich. Geld oder Gewalt. Zwei Worte mit G. Viele dieser Grundbesitzer schließen sich erst zusammen, gründen eine Lebensgemeinschaft, daraus einen Ort, daraus ein Dorf, daraus eine Stadt, daraus ein Bundesland, daraus einen Staat, daraus eine Staatengemeinschaft, um dann wieder als Einzelpersonen auf ihr Stückchen Land zu beharren. Diese Form nahm leider Überhand. Denn meist fällt dem Einen ein, dass er einen Wachhund braucht, um sein Grundstück vor denen zu schützen, die einfach darüber laufen wollen. Einfach so. Als gäbe es mittlererweile keine Umgehungsstraßen. Nein, da meint einer, er wäre ein freier Mann auf dieser Welt und müsste da jetzt genau drüber laufen. Aber falsch gedacht. Der Hund erschreckt ihn. Und wenn das nicht hilft, dann das längere von beiden G-Wörtern. 

So kauft einer sich einen Knüppel. Der Nächste sieht das und kauft sich ein Messer, der Nächste wiederum ein Gewehr, weil man muß ja auch damit rechnen, dass der Nachbar sich mal unberechtigt auf dem Grundstück aufhält. Jetzt, wo alle Gewehre haben, kann man sich gleich wieder verbünden. Erst zur Bürgerwehr, dann zur Polizei, dann zum Bundesgrenzschutz und dann zur Armee. Jetzt können die Menschen gemeinsam sagen: „Hey, was macht ihr auf unserem Land? Weg, sonst schießen wir!“ Wie im Fernsehn. Zum Glück habe ich keinen.

Die höchste Existenzform der Tiere stellt die Haustierkaste dar. Auch hier gibt es Hunde, die natürlich nur zum Bewachen da sind, aber ihnen wird vornerum heile Welt vorgegaukelt, so dass sie es nicht merken. Es gibt ja auch inzwischen genügend Ablenkungsmittel, genau wie bei den Menschen auch, die die Haustiere neben ihrem normalen Futter brauchen. Leckerli, Hundeknochen (bestehen, so wie der Hundekuchen auch, nicht wie früher angenommen aus Hunden, sondern aus allerlei anderem Tierabfall, der beim Schlachten der niedersten Kaste übrigbleibt, wie fast alle Tiernahrung) Glöckchen, Gummibällen, Kratzbaum, Käfig, Shampoo, Lockenwickler, Ausgehdress und zum Schluss auch mal so eine richtige Beerdigung mit Sarg und Grabstein auf dem Tierfriedhof. Das macht den Tieren Spaß. Da kann man seine hohe Kaste so richtig ausleben. Kostet natürlich Geld, aber der Mensch verdient es ja. Oder wer denkt er könne dies alles umsonst bekommen?

Nachdem die Mittagspause vorbei ist, gehe ich zurück an den Arbeitsplatz. Diese Zeiten sind immer viel schneller vorbei als die Arbeitszeit. Was natürlich nicht stimmen kann, denn die Uhr sagt mir penibel genau, dass die halbe Stunde Mittag genauso lang gedauert hat, wie die halbe Stunde Arbeit die mir vermeintlich länger erscheint. Schön, dass Menschen das so eingeteilt haben. Man wüsste ja sonst gar nicht wie lange man arbeitet. Ohne feste Zeiten könnte man auch keinen Stundenlohn einführen. Da würden einige Berufsstände ziemlich alt aussehen. Andere wiederum würden sich freuen, da sie eine Pauschale festsetzen könnten, unabhängig von Zeit, Aufwand und Qualität. Aber machen das nicht ohnehin schon einige, zum Beispiel eben jene, die das Geld verwalten? 

Als ob es nicht unabwendbar wäre, kommt "der Chef" und motzt über dies und jenes. Kurz vor Feierabend kommt der Mensch, der genug Geld hatte, um sich ein Unternehmen aufzubauen. Derjenige, der denkt, er hätte mit diesem Unternehmen gleich das Wissen, die Erkenntnisse und alle erdenklichen Fähigkeiten mit gekauft. Derjenige, der Illusionen zu Tatsachen werden lassen kann. Dessen Allmacht sich niemand entziehen kann. Derjenige, der zu jedem Problem die Lösung weiß und wenn nicht, dann tut er so als ob. Widerspruch grenzt an Lebensmüdigkeit. Verrückt sind die, die sich trauen zu widersprechen. Wer ist hier der Chef? Ich oder Sie? Sie natürlich, Chef! Wer zahlt den Lohn, ich oder Sie? Sie natürlich, Chef! Wer trägt dazu bei, dass die Dinge entstehen, die Sie mit Ihrem Geld kaufen können? Muß man sich das gezwungenermaßen jeden Tag von Neuem vor Augen halten? Scheinbar, außer man wird selbst Chef. Also merken!

Nachdem ich nun einen vermeintlichen Fehler ausbügeln muss, der über die Arbeitszeit hinaus geht, wird es immer später. Überstunden. Das sind Zeitspannen, die je nach Absprache entweder bezahlt oder in Freizeit gewandelt werden. Oh, bezahlt hört sich gut an, das nehmen wir, das andere kommt sowieso nicht in Frage. 

Am Ende sind das ein paar Mark mehr, für die man sich krumm macht. Der Staat kassiert fast zwei drittel davon als Steuern ein. Ja, ja. Steuern bezahlt man nicht nur wenn man ein Auto besitzt. Sind sie nicht auf jeden Besitz, auf jede Aktion, auf jegliches Existieren festgesetzt und gesetzlich durch den Staat verankert? Da hat also einer der Grundbesitzer im Zuge der zum Ort werdenden Lebensgemeinschaft auch dafür eine Grundlage geschaffen?

Wer nicht weiß, was für Steuern wann, wo, warum erhoben werden, bzw. geändert werden, der kann es in der Zeitung nachlesen oder im Fernsehen erfahren. Wenn er so etwas besitzt. Auf jeden Fall weiß ich, dass ich, sobald ich Geld verdiene, dem Staat etwas davon abgeben muss. Oft verhältnismäßig viel. Weil der Staat davon ausgeht, dass jeder Geld verdient, jeder Auto fährt, jeder Grundbesitz hat, Familie hat, Haustiere hat usw. Falls nicht, erwischen wir ihn noch, bei der normalen Bedarfsdeckung. Kauf ich mir einen Apfel, zahle ich dafür auch noch Mehrwertsteuer. Obwohl ich korrekterweise diese einbehalten müsste, da der Apfel nicht mehr die Vitamine, die Mineralstoffe enthält wie früher, sondern mehr chemische Insektenvernichtungsmittel als sonst was. Und die will ich nicht, bezahle aber trotzdem dafür. Bin ich blöd?

Endlich Feierabend. Ich schwinge mich auf`s Fahrrad und fahre erstmal in die City. In der Fußgängerzone ist man vor Kraftfahrzeugen relativ sicher. Ich komme an diversen Cafés und Bistros vorbei. Menschen sitzen draußen. Die Sonne scheint. Es ist eigentlich schön. Ich treffe einen guten Kumpel und wir setzen uns an einen gerade leer gewordenen Tisch, bestellen unser Getränk und unterhalten uns. Irgendwie muss man sich auch mal Spaß gönnen, von dem ganzen Geld was man so verdient. 

Da ertönt der Ton, auf den ein ganzes Café schon gewartet hat. Ein Handy klingelt. Köpfe bewegen sich synchron in Richtung des Geräusches. Der Besitzer, ein stolzer Bursche, der seine Freundin beeindrucken will, antwortet selbstbewußt. Ich bin traurig, dass ich nicht selbst so ein Teil besitze. Ich könnte jetzt auch jemand sein. Könnte ich nicht jetzt auch jemanden beeindrucken? Frauen würden mir scharenweise zulaufen. Im Zuge der Gleichberechtigung können sich auch Frauen heutzutage zu den Besitzern eines Handys zählen. Ich bin mir sicher, dass diejenigen, die dieses Kommunikationsmittel erfunden haben, mit Frauen das meiste Geld machen. Die Tarifeinheiten sind höher als beim normalen Telefon, bei gleicher Gesprächsdauer. Wenigstens steht bei den weiblichen Telefonbenutzern ein anderer Aspekt dahinter, oder hat man schon mal eine Frau mit Handy an der Gürtelschnalle gesehen? 

Man muss so etwas nicht mehr aussprechen, da der mir gegenüber sitzende Freund genauso denkt. Die restlichen zwei Prozent auch. Also unterhalten wir uns über die schönen Dinge im Leben. Wir schauen den Frauen hinterher und freuen uns wenn eine zurück grinst. Umgedreht wird das genauso praktiziert, also kein Grund schon wieder eine Macho-Allüre festzustellen. Und wenn doch, dann interessiert mich das auch herzlich wenig. Komplexe hat jeder mal im Leben.

Die Zeit fühlt sich nach Aufbruch an. Wir bezahlen die von uns verzehrten Getränke und geben der Bedienung für ihre Freundlichkeit ein Trinkgeld. Man macht es ja gerne, obwohl es eigentlich kontrovers ist, jemandem Geld zu bezahlen, damit er freundlich zu einem ist. Wenn kein Trinkgeld in Aussicht stünde, wären dann die Bedienungen trotzdem aufrichtig freundlich? Ein Hund wäre weiterhin nett, aber der bringt ja auch nichts zu Trinken.

Ich trete nach ausgiebigem Verabschiedungsritual die Heimfahrt an und freue mich schon auf ein kleines Schläfchen. Ich schließe die Haustüre auf und entgegen kommt mir wer? Die Nachbarin, die schon seit zwanzig Jahren in dem Haus wohnt. Sie ist so umsichtig, mich daran zu erinnern, dass ich noch die Hausordnung vor mir habe. Die Freude lässig unterdrückend lasse ich sie wissen, das ich mich drum kümmern werde, doch jetzt bin ich erst mal fertig von der Arbeit. 

Ich muss eine versteckte Aufforderung zum Weiterreden gegeben haben, als sie mir verständlich machen will, dass es nicht nur mit ein bisschen Kehren getan ist. Die Treppe muß gewischt werden! Die Straße muß gefegt und von Unkraut und Gras befreit werden. Es haben sich nämlich Löwenzahn und andere natürliche, häßliche Pflanzen durch den schönen Beton gekämpft. Und wie sieht das insgesamt aus, was sollen denn die Nachbarn sagen? Ich weiß die Antwort, aber ich verrate sie nicht. 

Dann muss ich mir wohl erstmal einen Eimer kaufen. Dann brauche ich noch Schaufel und Besen. Eigentlich Grundausrüstung für jeden deutschen Mieter, aber irgendwie wollte doch wieder einer am falschen Ende sparen. Also gehe ich zum Einkaufsmarkt um die Ecke. Da kann ich mir gleich ein paar Sachen zum Abendessen besorgen. Ich brauche nicht viel und meistens weiß ich was ich will. 

Daher denke ich mir nichts dabei, dass es schon zwanzig vor acht ist. Aber die Verkäufer. Sie sind empört. Einer der tatsächlich noch in den letzten offiziell geöffneten Minuten was kaufen will. Vorbei an den Lageristen, die schon die Paletten hineinfahren, zwänge ich mich an den putzenden Wurstverkäuferinnen vorbei, nehme was ich brauche aus den Regalen und besitze die Frechheit auch noch durchzulesen, was in den einzelnen verpackten Waren an Inhaltsstoffen auf der Verpackung steht. Da ich schon fast keine unfrischen, verpackten Lebensmittel mehr kaufe, dauert das natürlich nicht lange.

Ich komme zur Kasse und die freundliche Person, welche diese bedient, würdigt mich keines Blickes. Erst, als ich ihr den Betrag in kleinen Münzen passend in die Hand drücke, mit einem entschuldigenden, „Ich hab`s leider nicht anders.“, da schaut sie mich mitleidvoll an. Oder habe ich den Blick falsch gedeutet? Denn es ist mir schon öfter vorgekommen, dass ich beim Bezahlen mit Kleingeld anders angeschaut wurde, als wenn ich einen großen Schein über das Band reichte. Wahrscheinlich nur Einbildung. Die Putzfrau ärgert sich, dass ich durch den Ausgang, den sie gerade wischt, jetzt auch noch durchlaufen muß. Überhaupt scheint hier niemand seinen Job zu mögen. Aber man muss ja Geld verdienen. Irgendwie. Irgendwie?

Wieder daheim angekommen, lege ich erst die Sachen weg und höre meinen Anrufbeantworter ab. Der war billig und angeblich ist man ohne einen solchen nicht kommunikationsfähig, da nicht erreichbar. Am Ende ist das auch so ein Trick, um mehr Geld zu verdienen. Wir entwickeln eine Maschine, die Anrufe aufzeichnet, die normalerweise nicht zustande gekommen wären. Gebühren von Teilnehmer Eins. Somit ist der Empfänger fast schon verpflichtet zurückzurufen. Und zack, da schlagen die Telefongesellschaften wieder zu. Gebühren von Teilnehmer Zwei. Egal, kann ja auch nützlich sein, so ein Ding. Auf dem Band sind sechs Anrufe. Zwei davon haben sich ein Herz gefasst und eine Nachricht hinterlassen. Trotzdem wollen die anderen, von denen man nicht weiß wer es ist, zurückgerufen werden. Schließlich haben sie sich ja bei einem gemeldet.

Ich esse zu Abend und lese dann ein Buch. Überhaupt lese ich viel. Da weiß ich, was ich mir an Informationen reinziehe und sehe ein, das so ein Buch auch Geld kostet. Geld, das ich an so einem Tag verdienen muss. Warum muss ich eigentlich? Wer hat das so eingerichtet? Wenn es nun schon so ist, kann es nicht wie eigentlich gedacht, als normales Tauschmittel fungieren? Ohne Hintergedanken, ohne Anhäufung, ohne Zinsen? Wie könnte das anders laufen? Wären die Menschen wieder umgänglicher, relaxter, kommunikationsfreudiger und aufmerksamer als so? 

Die Fragen beschäftigen mich noch, als ich ins Bett gehe und den Radiowecker auf die Zeit stelle, zu der ich aufstehen muss, um dem Geldverdienen nachzugehen. Das Wissen, dass ich jetzt gleich eine Zeit der völligen Geld-, Raum- und Zeitlosigkeit beschreite, lässt mich beruhigt einschlafen.

Passend dazu kann dieser Stenman Tune angehört werden:
Um die Ecke - Stenman 2021 (Video)

Um die Ecke - Stenman 2021 (Audio)

und von Stenman´s ehemaliger Reggae  Band:

Leo´s Den - Money


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